Mein Leben und Ich in Berlin


Häusliche Gewalt und Hauspartys Rückblick einer zwischenmenschlichen Totgeburt – Teil 14
4. Mai 2009, 12:59
Gespeichert unter: Online-Roman | Schlagworte:

Nicht nur bei Karina lief ich voll gegen die Wand, es kamen noch andere schmerzhafte Momente zu diesem Jahr hinzu.

Beat Up Bennet © Flickr /PatCastaldoDem nicht genug rastete mein Mitbewohner aus. Seine Freundin hatte mir ins Gesicht geschlagen, als ich sie nachäffte, weil sie sich mit dem damaligen Mitbewohner gestritten hatte.

Bevor ich mich wehren konnte, wurde ich von einem Freund zurückgehalten. Sie versuchte noch nachzutreten und renkte sich dabei am Knie etwas aus. So war der Urlaub gefährdet, der für diesen Monat geplant war.Eine Woche dauerte es, dann konnte er nicht
mehr an sich halten und schlug mir mehrmals ins Gesicht.

Er würgte mich und während der ganzen Zeit wiederholte er den Satz: „Wegen Dir konnte ich fast nicht in Urlaub fahren!“.

Doch er sollte mit ihr in Urlaub fahren. Ich aber lebte fortan in Angst, dass er ja jederzeit vor der Tür stehen konnte. Denselben Abend war eine Party, auf der ich auflegen sollte, aber da Karinas Freunde auch
auflegen sollten, wurde ich auf die Zeit von vier Uhr bis Schluss vertröstet. Schließlich ließ ich es ganz.

Es dauerte nicht lange, bis Partys (hauptsächlich die ohne mich) für Karina zum alleinigen Lebensziel neben ihren Freunden wurde. Ich kam dann etwa nach ihren Eltern auf Platz 4 von 4.

Dass ich ein kleines Trauma des Aktes häuslicher Gewalt erlitten hatte, schien aber irgendwie nicht zu sehr ins Gewicht zu fallen. Vor allem bei Karina.

Nach einem Aufschrei wegen der Gewalt allerseits sollte ich mich aber nach zwei Wochen doch wieder beruhigt haben. Dass ich aber immer noch mit dieser Situation wohnen muss und jeder Tag mich derart traumatisiert hat, dass ich heute noch hochschrecke, wenn ich die Tür zu seinem damaligen Zimmer höre, wurde vor allem bei Karina ziemlich ignoriert.

Doch dem nicht genug! Mein Online-Roman geht weiter…


2 Kommentare bis jetzt
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Es ist wirklich erschreckend, das Gewalt von Mann gegen Mann doch so wenig ernst genommen wird. Also ich meine, was dann mit der Psyche des Menschen passiert. Vielleicht genau darum, weil Männer als Männer und Frauen als Frauen angesehen werden. Und es nicht um die schwache Psyche des Menschen geht, sondern leider dürfen meistens Frauen dann wochenlang jammern. Bei Männern is das doch halb so wild.
Leider kann ich mich dabei selbst nicht ausnehmen, ich habe es ebenfalls nicht so wahrgenommen bzw. nicht intensiv genug bewertet. Ich fand die Situation sehr erschreckend und fühlte meine Abneigung gegen diese „Freundin“ bestätigt, aber dass es für Dich so sehr heftig war, dass habe ich nicht mitbekommen.
Das tut mir schrecklich leid!

Kommentar von Maya

Danke!

Kommentar von Lele




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