Geschichtsverfälschung? Oder was ist es, wenn man immernoch erzählt, dass Frauen nie „gearbeitet“ haben.
Im RBB sah ich es. Es war eine Überleitung für ein Golfevent, über den berichtet werden sollte.
Diese Einleitung war wie folgt (sinngemäß): „Es ist lange her, dass der was mit dem Bogen für Frau und Kind geschossen hat. Heute geht man gemeinsam Lebensmittel besorgen…“ (mehr…)
Ist Euch das auch schon mal so gegangen, dass ihr ständig von Studien hört, die genau das Gegenteil beweisen, als was die Studie davor bewiesen hat?
Sicherlich kann man hier fundamentalkritisch werden und wie die Frankfurter Schule den Positivismusstreit herauskramen. Aber ich dachte eher an die Frage: Wie sinnvoll oder realhaltig sind derartigen Studien, wenn sie sich ständig wiedersprechen?
[Eine Studie beweist, dass Kaffee schädlich ist, die nächste kann darlegen, dass Kaffee sogar gut für alles Mögliche ist... vielleicht sogar gegen Krebs. Das ist sowieso das Totschlagargument in Sachen "Wissenschaft" - das Mittel gegen Krebs. Wein, Broccoli und anderes Zeugs.
Oftmals denke ich bei dieser Diskussion an den Film „Thank you for Smoking“ in Kombination mit dem alten Spruch von Lenin: „Finde wer profitiert und Du kennst den Schuldigen.“ (frei nach ihm).
Also die Frage, liefern sich hier in der Frage der Kaffee-Studien zwei konkurrierende Unternehmen eine Reputationsschlacht oder vielmehr PR-Schlacht mittels Studien?
Allerdings wüsste ich gerade nicht welche Branche oder Interessengruppe etwas gegen Kaffee haben könnte…
Jede Aussage die Jemand macht, hat grundsätzlich vier Ebenen!
Das ist Grundkurs Psychologie und ich wundere mich immer wieso so viele Leute nicht darauf achten. Sicherlich gibt es Momente wo man selbst nicht durchblickt und auf so etwas nicht achtet, dennoch sollten die Menschen mehr auf ihre Kommunikation achten.
Und mit den vier Ebenen einer Botschaft kann man sehr gut arbeiten. Kurz erklärt geht es darum, dass jede Aussage, vier Aussagen macht. Ich nenne sie:Der BASS der Kommunikation.
Diese vier Ebenen einer Botschaft sind:
Beziehungsaussage
Apell
Selbstaussage
Sachebene
Das sind die Aussagen
B sagt aus, was man eigentlich gesagt haben möchte.
A ist eine Aufforderung die die Aussage impliziert
S ist der Code für die Wichtigkeit dieser Aussage.
S ist die objektive Information – die Verpackung.
Try it! Derart lassen sich Informationen aus Gesprächen herausfiltern, die die Kommunikation in unserer Gesellschaft deutlich erleichtern.
Zweiter Teil des Crash-Kurses über Foucault im Kontext der Frankfurter Schule.
Die Bio-Politik als Teil der Disziplinarmaßnahmen, die die Bevölkerung betreffen, ist als Schnittstelle zwischen dem Individuum, dem Körper und der Macht zu sehen. „Minutiös“ wird der Mensch reguliert. Was sich anfänglich auf totale Institutionen (wie Schulen, Kasernen, Heilanstalten) beschränkte, wurde mittels den daraus erhaltenen Erkenntnissen auf die ganze Bevölkerung angewandt. Diese Disziplinierungen sind: Prüfungen, räumliche und hierarchische Verortung, Überwachung, Zeitplanung und schließlich die Vereinheitlichung von Körper und Objekt.
„Die Disziplin verfertigt Individuen: sie ist die spezifische Technik einer Macht, welche die Individuen sowohl als Objekte wie als Instrumente behandelt und einsetzt.“ So konnte ein fügsamer Mensch geschaffen werden, welcher nicht nur leicht zu kontrollieren, sondern auch, da nützlich, produktiv für das kapitalistische System ist.
Der Diskurs der Aufklärung lieferte „eine Art Generalrezept für die Ausübung von Gewalt über Menschen: der ‚Geist’ als Schrifttafel in der Hand der Macht, mit der Semiologie als Griffel; die Unterwerfung der Körper durch die Kontrolle der Ideen; die Analyse der Vorstellungen als Prinzip einer Politik der Körper, die wirksamer ist als die rituelle Anatomie der Martern“.
Noch in der Zeit des Feudalismus wurde die Macht des Souveräns öffentlich und brutal zur Schau gestellt. Infolge der Aufklärung kam es zu milderen Bestrafungen des umsorgten Individuums durch die Strafrechtsreformen. Der Souverän, gottgleich die Natur beherrschend, musste seine Allmacht jedem Individuum, das das Gesetz und damit den Souverän angriff, aber auch allen anderen demonstrierend, unverhältnismäßig hart antworten. Es war nicht die Bestrafung – so der aufklärerische Gedanke – aus der der Delinquent etwas lernen sollte, sondern es war die Rache des Souveräns an demjenigen, der ihn herausforderte. Die Rache wurde vor den Augen aller zur Schau gestellt.
Ab dem frühen 19. Jahrhundert fand die Bestrafung in einem abgeschlossenen, der Öffentlichkeit nur schwer zugänglichen Gefängnis statt. Es sollte nicht mehr der Körper, sondern der Geist bestraft werden. Der zugrunde gelegte Wandel, so Foucault, war nicht nur die Humanisierung der Züchtigung, wie dies die Ideologie darstellt, sondern die politische und wirtschaftlichen Effektivität, die u. a. dem Anstieg der Eigentumsdelikte geschuldet war. Zudem brachten die öffentlichen Hinrichtungen immer mehr Unruhen mit sich.
Der moderne Strafvollzug ist nicht die Idealvorstellung der Humanisten, obgleich diese ihren Teil dazu beigetragen haben. Es ist ein Konglomerat aus verschiedenen Vorstellungen, deren Mischung heute als genauso richtig und selbstverständlich wahrgenommen wird, wie die Vorstellung unserer Gesellschaft insgesamt.
Macht ist bei Foucault keine eigenständige Theorie, aber ein Abbild der Macht stellt das Panoptikum dar, welches alle Disziplinartechnologien verkörpert. Die Macht, die früher nach außen getragen wurde, ist nur „inversiert“. Ihre Tätigkeit ist unsichtbar oder geheim, aber sie ist überall – das Abweichen von der Norm kontrollierend.
„Man könnte dann annehmen, dass … die Strafmittel nicht dazu bestimmt sind, Straftaten zu unterdrücken, sondern sie zu differenzieren, sie zu ordnen, sie nutzbar zu machen; dass sie weniger diejenigen gefügig machen sollen, die Gesetze überschreiten, sondern dass sie die Überschreitung der Gesetze in einer allgemeinen Taktik der Unterwerfung zweckmäßig organisieren sollen. […] Und wenn man von einer Klassenjustiz sprechen kann, so nicht nur deswegen, weil das Gesetz oder seine Anwendung den Interessen einer Klasse dient, sondern weil die von der Justiz durchgesetzte Klassierung der Gesetzwidrigkeiten Herrschaftsmechanismen unterstützt.“
Die Macht bildet bei Foucault den Rahmen, das Selbstbildnis des Menschen und dessen Entstehung den Grundkern seiner Analyse. Dies bildet den Schwerpunkt in Foucaults Werk (und auch das erinnert an Nietzsche). Dabei berührt er auch Bereiche wie zum Beispiel Vernunft, Wissen, Sexualität, Gouvernementalität und Begrifflichkeiten, die den Diskurs mitbestimmen.
Die Diskurse werden in Gesellschaften „produziert, kontrolliert, selektiert, organisiert und kanalisiert“. Sie formen die Art und Weise, wie wer über was spricht. Foucaults einprägsamstes Beispiel ist die Psychiatrie. Hier sprechen alle über den „Wahnsinn“ – bis auf die Betroffenen. Die Wahrheit ist ein Diskurs, dessen Prinzip der Ausschluss ist. Dies ist eine Form des Verbots, welche den Diskurs einengt. Die Grenze zwischen dem, was wer wie sagt, ist die Zensur, die Foucault beleuchten möchte. Mittels Wissen wird bei ihm eine Verbindung von Macht und Diskurs hergestellt.
Das Tabuisierte soll ans Licht gebracht werden, was Foucault u. a. hinsichtlich der Sexualität darstellt.
Foucault betrachtet alles im Kontext des Historisch-Gewordenen – Kontinuität trotz Brüche. Seit der Aufklärung ist es der Humanismus, der eine universelle Wahrheit für sich beansprucht, die Foucault jedoch in Frage stellt.
Gerade weil es im geschichtlichen Ablauf zu Brüchen durch bestimmte Ereignisse kommt, ist das heute Selbstverständliche ein historisch Entstandenes. Der Humanismus ist nur eine ander Machtform, die durch die (neue) Vernunft gebietet.
Foucault war selbst in einigen Organisationen aktiv, daher wird sein Name oftmals mit Worten wie Widerstand gleichgesetzt. Seine Analysen der Macht- und Disziplinartechniken verheißen der Gesellschaft ein böses Ende. Doch sieht er im Ende des Menschen, dem Ende unseres Selbstbildnisses, eine Möglichkeit die unvermisste Freiheit zurückzuerlangen.
Dieser Artikel ist wissenschaftlich geschrieben und darf nicht für kommerzielle oder wissenschaftliche Zwecke – ohne meine ausdrückliche Genehmigung – genutzt werden!
Michel Foucault hat die Soziologie und die politische Theorie stark verändert. Hier möchte ich einen kleinen Crashkurs anbieten. Dieser Artikel ist wissenschaftlich geschrieben und darf nicht für kommerzielle oder wissenschaftliche Zwecke genutzt werden!
„Die Zivilisation hat ihr Zwangssystem, das anscheinend das Strafgesetzbuch und in Wirklichkeit die Disziplin ist.“
Michel Foucault (1926-1984) war ein französischer Philosoph, aber auch ein Historiker. Er war sehr umstritten aufgrund seiner Aussagen zum Regimewechsel im Iran und wegen seiner Forderung, Volksfeinde nach maoistischem Vorbild vor „Volksgerichte“ zu stellen. Er ging außerdem auf Demonstrationen und dergleichen mehr. Mit dieser politischen Radikalität kann Adorno, der im extremsten Fall einen Generalstreik forderte, nicht konkurrieren. Foucault war im weiteren Sinn grundlegend für die Etablierung neuer Ansätze in der Wissenschaft. So rekurrieren viele Postmodernisten zum Beispiel mit dem De- und Konstruktivismus, u. a. die feministische Theorie, auf Foucault.
Um Michel Foucaults Denken zu extrahieren, habe ich aus seiner breiten Literatur einige Werke ausgewählt, die ich als sinnvoll erachtete, um diesen Denker mit Adorno zu vergleichen. Im Wesentlichen werden u. a. seine Bücher „Überwachen und Strafen“, „Die Ordnung der Dinge“ sowie „Wahnsinn und Gesellschaft“ in hier Verwendung finden.
Foucault entstammt der Tradition der Strukturalisten, der Phänomenologie und der Hermeneutik und hat ebenfalls wie viele seiner bekannt gewordenen Landsleute am Collège de France gelehrt.
In den USA ist es schon normal, dass jeder einen Therapeuten hat. Ich dachte immer, dass wäre symptomatisch für dieses Land. Aber in letzter Zeit stellte ich immer mehr fest, dass dies hierzulande ebenfalls Mode wird.
Warum braucht man denn einen Therapeut? Das ist keine Frage, wie: Warum braucht man denn ein Handy. Sicherlich gibt es Leute, die einen Therapeuten benötigen. Aber doch nicht so ziemlich jeder!
Mal aus der Sicht eines Therapeuten: Da kommen jeden Tag Leute in die Praxis und erzählen von banalen Problemen. Und als Therapeut denkt man doch bestimmt: „Mein Gott, das ist doch super billig! Und nicht Du hast das Problem, sondern die Gesellschaft ist das Problem – und Du kommst nicht damit klar! – Willkommen im Leben!“
Die meisten Leute, egal ob Mann oder Frau, brauchen doch gar keinen Therapeuten, aber die Beziehungen unserer Gesellschaft werden so oberflächlich, dass man sich nicht mehr traut mit Freunden zu reden. Also bezahlt man jemanden der sich den Scheiß anhört, den man seinen Freunden nicht anvertrauen kann.
Ich denke, die meisten Menschen könnten in ihrem Leben gut auf einen Therapeuten verzichten, wenn sie sich ihren Freunden anvertrauen würden.
Das soziale Netz schwindet – das ist doch der Punkt. Das Ersatz-Gemeinschaftsgefühl in den USA ist sodann der Patriotismus.
Was kommt bei uns?


